Electronic Arts casino
20
12.2017

Electronic Arts wird verdächtigt Videospiele in Casinospiele verwandelt zu haben

Von Andrea Weiss

Electronic Arts steht derzeit wegen kontroversen lotterieähnlichen Praktiken unter Beschuss.

Der amerikanische Videospielentwickler Electronic Arts ist einer der größten Namen in der Videospielindustrie weltweit. Bisher hat das Unternehmen jedoch nur wenig Beziehung mit der Casino-Industrie. Allerdings sind einige Praktiken der neueren Spiele des Entwickler unter Beschuss gekommen, da sie den Casinospielen viel zu ähnlich sind. Die Lage ist auch so ernst, dass französische und US-amerikanische Politiker ihre Sorgen geäußert haben und die Regulierungsbehörden aus Belgien und den Niederlanden eine Untersuchung dieser Praktiken angeordnet haben.

Star Wars Battlefront II startet den Ärger

Die Kontroverse begann mit dem am 17. November 2017 veröffentlichten Spiel Star Wars Battlefront II. Das Spiel erhielt zwar eine allgemein positives Feedback von der Presse, aber die Spieler waren weniger begeistert und die vielen Webseiten für Videospiele zeigen auch viele schlechte Bewertungen der Spieler. Die Qualität des Spiels stand dabei auch gar nicht im Mittelpunkt, es ging vielmehr um die Loot Box, die Spieler mit echtem Geld kaufen können und die bessere Waffen und andere Spielgegenstände beinhalten. Das Problem war dabei auch, dass der Inhalt der Boxen vorher nicht bekannt war und die Spieler nicht wussten, ob sie etwas gutes oder nutzloses erhalten würden. Zudem kam auch noch das Problem, dass Spieler, die bereit waren mehr zu bezahlen einen Vorteil im Spiel gegenüber anderen Spielern hatten, die keine Loot Boxen kauften, da es auch bessere Waffen als Inhalt gibt, die andernfalls mit viel zeitlichen Aufwand von den Spielern im Spiel erarbeitet werden müssen.

Staatliche Untersuchungen eingeleitet

Vor allem bei Star Wars Battlefront II können Loot Box gekauft werden, die Charaktere und zusätzliche Waffen enthalten, ohne dabei vorher den Inhalt der Box zu kennen.

Die Kontroverse wurde schnell immer lauter und Politiker in aller Welt griffen das Thema auf. Zum Beispiel hat in Frankreich der Senator Jérôme Durain den Staatssekretär für Digitalisierung und die Regulierungsbehörde für Online-Spiele zu einer Stellungnahme zu diesem Thema aufgefordert. Der Senator des Staates Hawaii, Chris Lee, verurteilte diese Praktiken, und sagt, sie stehen einem Online Casino zu nahe. Darüber hinaus haben unter anderem auch die belgische und die niederländische Glücksspielkommission eine Untersuchung zu Star Wars Battlefront II eingeleitet.

star wars battlefront

Eine vorübergehende Einstellung der Mikrotransaktionen

Angesichts dieser Kontroversen schien Disney, die die Rechte an der Star Wars Lizenz besitzen, diese schlechte Publicity kurz vor der Veröffentlichung der achten Episode der galaktischen Saga nicht besonders zu schätzen. Das wurde dann anscheinend auch Electronic Arts mitgeteilt. Nach dem Druck der Öffentlichkeit, den politischen Risiken und der Unzufriedenheit von Disney hat das Unternehmen dann die Einstellung dieser Mikrotransaktionen für Loot Boxen angekündigt.

Andere Spiele im Fadenkreuz

Diese Praktik hat zu vielen negativen Reaktionen geführt, was Electronic Arts am Ende dann dazu brachte diese Praktik zu ändern - allerdings nicht bei allen Spielen.

Die Geschichte hätte dort vielleicht enden können, aber Electronic Arts schien das Problem nicht ganz verstanden zu haben. Anfangs war nur das Spiel Star Wars Battlefront II involviert, aber mittlerweile hat sich die Kontroverse auf weitere Spiele ausgeweitet in denen es Loot Boxen gibt, dabei auch andere Hit-Spiele, wie die Need for Speed ​​und FIFA 18.

 

Wird Electronic Arts in dieser Richtung weitergehen? Was wird am Ende dabei heraus kommen? Werden solche Spiele dann aufgrund von solchen Lotterien bald für Minderjährige verboten? Das sind alles Fragen, die im Moment unbeantwortet sind. Nur die Zukunft wird uns zeigen, wie es weitergehen wird.

Von Andrea Weiss
Von Andrea Weiss - REDAKTION

Glücksspiele haben mich schon immer fasziniert. Mit meinen Brüdern habe ich schon als Kind gerne Poker gespielt, natürlich nicht um Geld, damals waren es Süßigkeiten! Heute spiele ich gerne Poker online, aber auch Spielautomaten gehören zu meinen Lieblingsspielen. Ich habe zuerst Wirtschaft studiert, mich dann aber für eine Karriere im Glücksspiel entschieden. Viel Erfahrung sammelte ich im Kundendienst eines Online Casinos, heute schreibe ich Artikel für FeedBACK Casino und helfe so anderen Spielern.